Der Tierschutz wird in Japan immer wieder mit den Füßen getretten...
Japan erlegt nach über 40 Jahren wieder Buckelwale
Nach mehr als 40 Jahren hat Japan die Jagd auf die seltenen Buckelwale wiederaufgenommen. Eine Walfangflotte verließ den Hafen im westjapanischen Shimonoseki, um in der Antarktis 50 Buckelwale zu harpunieren. Darüber hinaus will die Flotte 50 Finn- und 850 Zwergwale erlegen. Eigentlich ist das Töten der Meeressäuger verboten, doch nutzt Japan eine Ausnahmebestimmung des internationalen Moratoriums, wonach eine begrenzte Zahl für wissenschaftliche Zwecke gejagt werden darf. Greenpeace will die Flotte bis in die Antarktis verfolgen und sie von ihrem Vorhaben abbringen.
Angeführt wird die Flotte von dem im Februar in Brand geratenen und wieder reparierten Trawler "Nisshin Maru". Japan musste damals seine fünfmonatige Antarktis-Jagd vorzeitig abbrechen. "Obwohl wir den bösartigen Blockade-Taktiken der Umweltgruppen ausgesetzt sind, müssen wir die Jagd auch künftig fortsetzen", sagte der Chef der Walfangtruppe, Hajima Ishikawa, beim Abschied im Hafen von Shimonoseki.
Japan hatte sich bisher stets an das seit 1966 geltende Moratorium zum Schutz der Buckelwale gehalten. Bei der Jagd auf Finn- und Zwergwale beruft es sich auf die Ausnahmeregelungen des seit 1986 geltenden generellen Walfangmoratoriums. Offiziell heißt es aus Japan, die begrenzte Jagd liefere verlässliche Erkenntnisse darüber, wie der Walbestand nachhaltig gesichert und zugleich auch für künftige Generationen als Nahrungsquelle dienen kann. Dabei wird nicht bestritten, dass das Fleisch der getöteten Tiere größtenteils in japanischen Restaurants landet, wo es als Delikatesse gilt.
Nach Angaben der japanischen Behörden hat der Bestand an Finn- und Buckelwalen inzwischen wieder stark zugenommen. Westliche Tierschützer sehen die riesigen Meeressäuger dagegen nach wie vor als vom Aussterben bedroht an.
Greenpeace kündigte eine Kampagne gegen die Jagd an. Die japanische Walfangflotte müsse umgehend zurückkehren, forderte die Umweltschutzorganisation. Andernfalls werde das Greenpeace-Schiff "Esperanza" die Flotte bis in die Antarktis verfolgen und die Jagd für die Öffentlichkeit auf Video aufnehmen. Expeditionsleiter Karli Thomas wies darauf hin, dass vor allem Buckelwale wegen ihres Gesangs und ihrer akrobatischen Bewegungen Hauptattraktionen von Walbeobachtungstouren sind.
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