Meine Freundin hatte eine Idee. Um meine Schreibkreativität ein wenig zu trainieren haben wir eine Box gemacht mit Zetteln drin. Da stehen dann verschiedene Wörter drauf. Ich zieh also fünf Zettel und schreib dann eine Geschichte, in der alle diese Wörter mindestens einmal vorkommen müssen. Viel Spass beim Lesen und seid nicht zu hart, das ist wirklich schwer ^^' lg yukiichan
Geschichte Nr. 1 • Spiegel • blind • Licht und Schatten • Füsse • Melodie
Sanft strichen ihre Finger über das Glas. Ihr Spiegelbild würde sie wohl in diesem Moment ansehen. Wenn sie es nur sehen könnte.
Ihre Auge starrten weiss und leer geradeaus. Theresa sah nichts; sie war blind.
Früher hatte sie auch oft vor dem Spiegel gestanden und sich betrachtet, ihre blonden Locken, ihr zauberhaftes Lächeln, ihre Pausbäckchen. Sie dachte oft zurück an diese Zeit.
Die Zeit, als sie mit ihrem kleinen Bruder im Garten gesessen hatte, ein Eis geschleckt hatte und ihnen die Sonne ins Gesicht schien. Sie gingen damals viel zu dem kleinen Bächlein im Wald hinter dem Haus. Theresa musste ihrem Bruder immer helfen. Bei allem.
beim anziehen, beim Hände waschen, Zähne putzen, Schuhe und Socken ausziehen. Zusammen hatten sie dann immer ihre nackten Füsse in das kalte Wasser gehalten und es genossen, das die Eltern nicht dabei waren. Ihr Bruder hatte ihr immer mit seiner feinen Stimme ein Lied vorgesungen.
Theresa seufzte.
Ja die Zeit damals war schön gewesen.
Dann hatte sie diesen Unfall gehabt, und war erblindet.
Seither hatte sie nie mehr das Lächeln ihres Bruders gesehen, die Schokoladensauce, die an seinem Mundwinkel klebte. Sie hatte nur noch die Erinnerung daran und diese hielt sie fest.
Theresa hörte eine Melodie.
Es war eben dieses Lied, das ihr Bruder immer gesungen hatte.
Jemand kam pfeifend die Treppe herunter und stellte sich vor sie hin.
Sie merkte es. Sie merkte, wenn sie im Licht oder im Schatten stand. Nur noch das Tageslicht konnte sie unterscheiden. Und jetzt stand sie im Schatten der Person.
„Guten Morgen, Brüderchen“, sagte Theresa lächelnd, stand auf und nahm seine wie immer ausgestreckte Hand. Nun war es umgekehrt. Nun brauchte sie seine Hilfe.
Die Hilfe ihres kleinen Bruders.
written by yukiichan
__________________ Manchmal hört man Dinge
die gar nicht so
gemeint sind und trozdem tun sie weh,
weil sie aus dem Mund
eines Menschens kamen
den man
über alles liebt
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